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Das war Wacken 2012 … - extrem und tanzbar Eventmagazin
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Das war Wacken 2012 …

See you in Wacken - rain or shine!

Auch in diesem Jahr waren die Wettergötter den Metaheads nicht gerade wohlgesonnen. Trotzdem bevölkerten insgesamt wieder rund 100.000 Menschen das kleine Örtchen Wacken. Die meisten davon, um DAS Metal-Festival zu feiern und die rund 130 Bands zu sehen, die anderen, um es überhaupt zum Laufen zu bringen. Und das war bei den Wetterbedingungen in den Wochen vor dem Festival eine echte Herausforderung. Aber außer ein paar Schlammlöchern, in denen man versinken konnte, lief alles wie geschmiert!

Mittwoch
Am Mittwochabend ist der Rasen bereits gut gefüllt. Denn wenn es um das Wacken Open Air geht, legt man gerne schon mal den Jahresurlaub dafür hin und reist eine Woche vorher an. Auf dem Wackinger Village stehen schon die Jungs von SANTIANO breit. Schunkel-Laune bricht aus, denn fast jeder kann die traditionellen Volkslieder mitsingen. Seemanslieder wie „Alle die mit uns auf Kaperfahrt fahren“ und „Frei wie der Wind“ werden unfassbar abgefeiert. Man freut sich und rennt im Kreis mit dem Fazit, dass Metaller auf Volksmusik stehen (manchmal)…

Donnerstag
Es ist Donnerstag, 16 Uhr und damit Zeit für die offizielle Eröffnung des 23. W:O:A mit SKYLINE! Zusammen mit DORO PESCH gaben sie die Festival-Hymne „We are the Metalheads“ zum besten, um die Meute in Stimmung zu bringen.

Eine musikalische Überraschung legten anschließend Sepultura & LES TRAMBOURS DU BRONX hin, die bereits zusammen im letzten Jahr beim Rock in Rio auf der Bühne standen. LES TRAMBOURS DU BRONX sind eine französische Trommel- und Percussionband, die bereits Kooperationen mit Robert Plant, Jimmy Page und Korn eingegangen sind. Sie haben ihren Ursprung im Industrial-Metal und zusammen mit dem brachialen Thrash-Metal von Sepultura ergab das einen Rhythmuskick höchsten Grades, der den Regen spätestens zu diesem Zeitpunkt vergessen ließ.

Sepultura

Setlist SEPULTURA & LES TAMBOURS DU BRONX:

LES TAMBOURS DU BRONX:
Mixture
SEPULTURA & LES TAMBOURS DU BRONX:
Refuse/Resist
Sepulnation
SEPULTURA:
Kairos
Mask
Dialog
SEPULTURA & LES TAMBOURS DU BRONX:
We’ve Lost You
Structure Violence (Azzes)
Requiem
Fever
Firestarter
Territory
Ratamahatta
Roots Bloody Roots

Nachdem U:D:O auf der True Metal Stage sein 25-jähriges Jubiläum und den 60. Geburtstag von Teutonen-Stahl-Legende Udo Dirkschneider gefeiert hatten, beschwören SAXON auf der Black Stage den “Heavy Metal Thunder” für das weltbeste Metalpublikum herauf. Natürlich lassen auch bei der englischen Heavy Metal Legende die Crowdsurfer nicht lange auf sich warten, und die Security im Graben hatte alle Hände voll zu tun. Metalfans können aber nicht nur surfen, sondern auch singen! Das bewiesen sie bei “Crusader”.

Saxon

Setlist SAXON:
Heavy Metal Thunder
Hammer Of The Gods
Power And The Glory
20,000 Ft
Never Surrender
Dogs Of War
Motorcycle Man
I’ve Got To Rock (To Stay Alive)
Crusader
Rock The Nations
Battalions Of Steel
The Eagle Has Landed
Wheels Of Steel
To Hell And Back Again
Denim And Leather
Strong Arm Of The Law
747 (Strangers In The Night)
Princess Of The Night

Zum Abschluss dieser „Night of remember“ spielte VOLBEAT aus Dänemark auf - absolute Top Acts in diesem Genre des Metals. Auch wenn sie manchmal als „Elvis-Metaller“ belächelt werden, mussten diejenigen Zuschauer, die nicht zu ihren Fans zählen, zugeben, dass sie eine Klasse für sich sind und ihr Publikum mitreißen können.

Volbeat

Setlist VOLBEAT:

The Human Instrument
Guitar Gangsters & Cadillac Blood
Another Day, Another Way
Sad Man’s Tongue
A Moment Forever / Hallelujah Goat
Mary Ann’s Place
Who They Are
Fallen
7 Shots
Heaven nor Hell
16 Dollars
Radio Girl
Sweet Unicorns
Evelyn
The Mirror and the Ripper
A Warrior’s Call
I Only Want to Be with You
Pool of Booze, Booze, Booza
Still Counting
Raining Blood

Am Freitag eröffnete dann auch die Partystage als dritte Bühne auf dem Infield mit BETONTOD, OOMPH! und den BROILERS. Man muss leider schon sehr direkt vor der Bühne stehen, damit man kein Zweiton-Erlebnis mit der Black Stage bekommt.

Denn dort eröffnen die Black Metaller von ENDSTILLE um 11:00 Uhr die Bühne. Stacheldraht, Barrikaden und Mauerruinen schmücken das Bühnenbild. Dass die Kieler Band gut ankommt, zeigt sich auch daran, dass schon zu der frühen Uhrzeit viele Fans den Weg vor die Bühne gefunden haben.

Setlist ENDSTILLE:
Dominanz
Endstilles Reich
Satanarchie
When Kathaaria Falls
World Aflame
Frühlingserwachen
Anomie
Navigator

Volk

Auf der True Metal Stage übernahmen dann die Thrash Metal Veteranen von SACRED REICH. Nach der Reunion-Show 2007 sind sie erneut in Wacken mit den Klassikern wie „Surf Nicaragua“ und „The American Way“. Der Auftritt begeisterte wohl vor allem die alten Fans, da die Band kein neues Material im Gepäck hatte.

Wer nach dem heftigen Unwetter nicht in den Matschmassen ertrunken ist oder derzeit noch dabei ist, sein Hab und Gut aus den Fluten zu retten, findet sich vielleicht vor der Black Stage wieder, auf der OVERKILL für reichlich Aktion sorgen. Sänger Blitz geht dabei allen voran und bietet eine erstklassige Show, wie man es von ihm gewohnt ist. Er hängt sich von der ersten Sekunde an richtig ins Zeug und zieht durch seine intensive Mimik und Gestik die Blicke auf sich. Zumindest die Blicke derer, die nicht headbangen oder sich im Matsch-Moshpit wiederfinden. Neben Songs von ihrem neuen Album “The Electric Age” reihen sich später auch Klassiker in die Setlist ein, wie “Ironbound”, “Old School”, “Rotten To The Core” und selbstverständlich “Fuck You”. OVERKILL wissen es, ihre Fans anzuheizen und haben es auch das gesamte Set hindurch geschafft. Ein großartiger Auftritt von Bobby und der gesamten Band.

Der Abend wird von Highlights beherrsch: Die norwegische Black Metal Größe DIMMU BORGIR wird vom CZECH NATIONAL SYMPHONIC ORCHESTRA, sowie einem Chor begleitet. Die Bühnenshow ist gewaltig und die geballte Kraft der Band in Verbindung mit dem Chor und dem Orchester löst eine Gänsehautwelle nach der anderen aus. Vier Stücke werden sogar allein von Chor und Orchester performt. Ganze eineinhalb Stunden dauert das Schauspiel und es ist wirklich einfach nur empfehlenswert – für Fans jeglicher Musik.

Setlist DIMMU BORGIR:
Xibir
Born Treacherous
Gateways
Dimmu Borgir
Chess With the Abyss
Ritualist
A Jewel Traced Through Coal
Eradication Instincts Defined
Vredesbyrd
Progenies Of The Great Apocalypse
The Serpentine Offering
Fear And Wonder
Kings Of The Carnival Creation
Puritania
Mourning Palace
Perfection Or Vanity

Spektakulär war die DIMMU BORGIR-Show ohne Zweifel, aber IN FLAMES setzen da nochmal einen drauf. Und zwar mit der wohl sensationellsten Lichtshow, die das Wacken Open Air je gesehen hat. Nach dem Intro “Jester’s Door” erklingt sofort der erste Hit “Cloud Connected”, bei dem die Band aber nicht auf der Bühne steht, sondern auf verschiedenen Ebenen mitten in einem Gerüst, das hinter einer riesigen Leinwand steht, auf die zahlreiche Projektionen gebracht werden. Ein cooler Effekt, genauso wie das scheinbare Zusammenbrechen des Gerüsts nach dem Song. Bei “Trigger” ist die ganze Band dann doch auf der Bühne und alle haben sich richtig schick gemacht mit weißen Hemden und schwarzen Westen. Nach “Where The Dead Ships Dwell” kündigt der wie immer in bisschen angeheitert wirkende Anders Fridén an, dass er beim nächsten Song alle hüpfen sehen will – die werden doch wohl nicht so früh schon “Only For The Weak” bringen? Doch, genau das tun sie – und der gesamte Platz vor der Bühne ist ein einziges Meer aus glücklich im Matsch springenden Menschen. Das Feuerwerk aus Hits, Pyros, Licht und schrägen Ansagen geht danach genauso munter weiter und kein Hit der Alben wird ausgelassen.

Setlist IN FLAMES:
Jester’s Door
Cloud Connected
Trigger
Where The Dead Ships Dwell
Only For The Weak
Reroute To Remain
Crawl Through Knives
Delight and Angers
The Quiet Place
The Chosen Pessimist
Fear Is the Weakness
Alias
The Mirror’s Truth
System
Deliver Us
Take This Life
My Sweet Shadow

D:A:D und IN EXTREMO bieten danach ebenfalls noch eine gute Show und lassen den Freitag ausklingen.

Am Samstagmorgen wird mitgeteilt, dass jegliche Fahrzeugbewegung auf dem Gelände eingestellt wurde, um die Flächen nicht noch mehr zu zerklüften. Also muss man sich wieder „wie auf Eiern laufend“ den Weg durch den Matsch zur Bühne suchen. Aber der Weg lohnt sich, denn GAMMA RAY begrüßen gut gelaunt und voller Spielfreude die Fans. Fast schon obligatorisch gibt es natürlich zum Abschluss die beiden Helloween-Klassiker „I Want Out“ und „Ride The Sky“.

Um 16.15 Uhr stapfen SIX FEET UNDER auf die Bühne. Allen vorweg Frontmann Chris Barnes, der ohne zu zögern loslegt und zeigt, wo der Frosch die Locken hat. Die Vocals sind gewohnt stark und die langen Dreads fliegen, was das Zeug hält. Die Death Metaller reißen so einige Fans mit, lassen Köpfe durch die Luft wirbeln und auch kleine Moshpits toben. Ruhiger wird es musikalisch jedenfalls nicht auf dem härtesten, lautesten Acker der Welt.

Mit TESTAMENT kommen am frühen Abend Thrash-Metal-Legenden auf die Bühne, die bereits seit gut 30 Jahren ihr Unwesen auf den Bühnen dieser Welt treiben. Als Sänger Cuck Billy auf die Bühne kommt, stellt er als erstes fest, dass es ausnahmsweise gerade mal nicht regnet und kommt gleich ohne große Umwege zum ersten Song des Sets „Native Blood“ von dem aktuellen Album „Dark Roots Of Earth“. Der Moshpit legt gleich mal ordentlich los und TESTAMENT zeigen sich auch mit neuen Songs in alter Frische.

Nach dem starken Auftritt von TESTAMENT haben CRADLE OF FILTH es vergleichsweise schwer. Zum einen haben die englischen Düstermetaller nicht unbedingt den Ruf, eine spitzenmäßige Liveband zu sein, zum anderen haben sich ausgerechnet zu ihrem Auftritt alle Wolken verzogen und die Sonne brennt vom Himmel. Das sorgt auf der Bühne für vermehrten Schweißfluss bei den Beteiligten, man lässt sich davon allerdings nicht sonderlich beeindrucken und prügelt sich recht ordentlich durch eine ziemlich edle Setlist. Die Erwartungen waren an sich nicht sonderlich hoch, umso schöner, dass CRADLE OF FILTH an diesem Nachmittag unter Beweis stellen, dass sie es doch drauf haben.

StagePit

Setlist CRADLE OF FILTH:
Humana Inspired To Nightmare
Heaven Torn Asunder
Tragic Kingdom
Honey And Sulphur
Gilded Cunt
Lilith Immaculate
Nymphetamine (Fix)
Her Ghost in the Fog
Ebony Dressed for Sunset
The Forest Whispers My Name
Cruelty Brought Thee Orchids
From the Cradle to Enslave

Die sympathischen Schweden AMON AMARTH standen wohl im Stau, denn es war unsicher ob sie rechtzeitig starten konnten. Doch der Feuer-Knall um punkt 20:00 Uhr und die Klänge von „War Of The Gods“ machten deutlich, dass sie pünktlich angekommen waren. Die Band macht von der ersten Minute an Spaß und reißt synchron moschend das Publikum mit. Die 60-Minuten Show bietet Klassiker wie „Runes To My Memory“, „Destroyer Of The Universe“, „Death In Fire“, „Pursuit of Vikings“ und „Twilight of The Thunder God“.

Weiter geht‘s mit dem Abschiedskonzert der SCORPIONS, bzw. Warten auf THE SCORPIONS. Denn die Hannoveraner Hard Rocker haben 10 Minuten Verspätung. Doch die alten Rocker wissen wie’s geht und Posen wie die Weltmeister. Feuerwerk, Flammen und ein schwebendes Drum-Podest – die Show hat neben den Songs auch optisch was zu bieten. Leider beginnt es nach dem halben Gig stark zu regnen. Weder die Fans noch die Band scheint das zu stören. Nach einer kurzen Unterbrechung beginnt der Zugabenteil mit einer Metall-Statue und Tänzerinnen mit Kettensägen. „Rock you like a Hurricane“ gab’s ein Glück nur auf der Bühne und das Wetter beruhigte sich recht schnell wieder. Trotzdem war der Schlamm auf dem Gelände jetzt noch tiefer.

Setlist SCORPIONS:
Sting in the Tail
Make It Real
Is There Anybody There?
The Zoo
Coast to Coast
Loving You Sunday Morning
Rhythm of Love
Raised on Rock
Tease Me Please Me
Hit Between the Eyes
Dynamite
Kottak Attack
Blackout
Six String Sting
Big City Nights
Coming Home
Still Loving You
Rock You Like a Hurricane

Die sehnlichst erwarteten MACHINE HEAD tauchen die Bühne in rotes Licht und starten mit „I Am Hell“. Es gibt eine ganze Menge Songs von der neuen Scheibe „Unto The Locust“. Aber auch den seit 15 Jahren nicht live gespielte und damit auch noch nicht in Wacken performten Song „A Thousand Lies“ gab’s für die Fans.

Und damit ist das 23. Wacken Open Air auch schon wieder vorbei. Die Veranstalter, sowie die Feuerwehr und alle anderen Helfer haben sich wirklich Mühe gegeben, aber bei den unglaublichen Wassermassen, die an dem Festivalwochenende und auch vorher runtergekommen sind, musste das ganze ja in einer einzigen Schlammschlacht enden.

Daher begann der Weg zurück in die Heimat für die meisten mit Warten auf einen der heiß begehrten Traktoren, denn ohne die kam kaum jemand von den Plätzen runter. Auf diesem Wege nochmal vielen lieben Dank an die netten Traktorfahrer!

Also bis zum nächsten Mal, wenn es wieder heißt „See you in Wacken – Rain or Shine“!

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