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Nachlese W:O:A 2010 - extrem und tanzbar Eventmagazin
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Nachlese W:O:A 2010

Wacken Open Air 2010 - - - No Rain - More Shine!

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Auch 2010 war es wieder soweit: Das weltgrößte Metalfestival öffnete zum mitlerweile 21. Mal seine Tore und hatte wie immer einiges zu bieten.

Als allererstes muss man den Veranstaltern großes Lob aussprechen, denn die Anreise verlief problemlos. Weder Staus, noch andere Unannehmlichkeiten verdarben den Start in ein berauschendes Festivalwochenende. Auch der Wettergott hat es gut gemeint und bescherte nahezu die ganze Zeit ein perfektes Festivalwetter, nur am Mittwoch gab es einen kurzen halbstündigen Regenschauer, welcher aber problemlos zu verkraften war.

Es war allerdings zu hören, dass es vereinzelt Probleme mit der Bänderausgabe gab, da einige Personen ungünstigerweise an gefälschte Tickets geraten waren. Doch die Veranstalter des WOA waren im gegensatz zum Veranstalter des Hurricane, wo dieses Problem ebenfalls auftrat, sehr kulant und ließ auch die geprellten Metalfreunde ohne finanzielle Ausgleichszahlung, sprich Neukauf des Tickets, aufs Gelände

Aber nun zum wichtigsten: Der Musik :)

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Den Anfang machten am Donnerstag “Skyline”, die Band des Wacken-Veranstalters Thomas Jensen. Wie auch schon im Vorjahr hatte die Metal-Cover-Truppe aus dem hohen Norden wieder ein paar hochkarätige Gäste am Start: Doro steuerte ihre Stimme zu “All We Are” bei und Udo Dirkschneider lieh sein Organ für die Vertonung von Accept´s “Balls To The Wall”.

Danach folgte die Verleihung der “Metal Hammer Awards”. Der verstorbene Ronnie James Dio, der noch beim WOA 2009 mit “Heaven and Hell” auf der Bühne stand, wurde für sein Lebenswerk ausgezeichnet, worauf ein langanhaltender und bewegender Applaus der Metalheads folgte. Gänsehaut pur…..

Im Anschluss an die Award-Verleihung ist es dann soweit und Alice Cooper betritt mit dem Song “School‘s Out” die True Metal Stage. Leider kann man während der ersten drei Songs nur seine Mundbewegungen auf einer der drei großen Lautsprecher beobachten. Zu hören ist der Alt-Rocker nämlich erstmal nicht. Als der Mischer dann aber endlich den Regler findet, wird Cooper mit jedem Song immer besser. So ein Opa möchte man auch mal sein! Der Unterhaltungswert seiner Show ist grandios. Er wird währenddessen erstochen, erhängt und geköpft. Nur eine Katze hat mehr Leben. Neben einer hervorragenden Band, ist auch wieder eine extrem sexy Krankenschwester im blutverschmierten Kittel auf der Bühne, um Alice Cooper zu “verarzten”
Es folgt die Mötley Crüe auf der Black Stage. Hier gibt es Hardrock vom Feinsten. Die Band wird von einem traumhaften Sonnenuntergang beleuchtet und spielt neben vielen Klassikern auch ein paar neue Songs. Nach exakt 75 Minuten Rock-History ist es dann soweit. Das Gedränge vor der True Metal Stage nimmt mit jeder Minute zu. Wenig später sind sie endlich da: Iron Maiden! Mit einer bombastischen Bühnenkulisse und einem wie immer quirligen Bruce Dickinson gaben sie eine wahnsinnige Show. Unglaublich, was dieser Frontman während einer Show an Energie und Ausstrahlung aufs Parkett legt. Die Band spielt überwiegend neuere Songs von den letzten drei Alben. Bei Hits wie “The Wicker Man” oder “Bravo New World” ist die Stimmung auf dem Höhepunkt. Am Ende gibt es für die alt eingesessenen Fans dann doch noch Klassiker wie “Fear Of The Dark” oder “The Number Of The Beast”. Bereits zehn Minuten früher als angegeben verlässt die Band leider ohne “Run To The Hills” die Bühne und der erste Wacken-Tag ist vorbei.

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Am Freitag Mittag heizten Amorphis auf der True Metal Stage die Boxen an. Und wer an diesem Tag Party-Laune erleben wollte, kam spätestens bei The Boss Hoss total auf seine Kosten. Endstille sorgten anschließend dafür, dass die letzten noch stehenden Grashalme vor der Bühne abgesäbelt wurden.
Höhepunkt dieses Tages sind Grave Digger, die zum Jubiläum ihr Konzeptalbum “Tunes Of War” mit einer langen Gästeliste aufführen. Neben Blind Guardian-Frontman Hansi Kürsch gibt sich auch Doro wieder die Ehre. Außerdem dabei ist ein Haufen Dudelsackspieler. Es folgt der nächste Knaller auf der Black Stage. Slayer spielt auf einer rot beleuchteten Bühne. Während die Band vor drei Jahren mit deftiger Verspätung ein ziemlich lustloses Set runter gespielt hat sind Kerry King und Co. dieses Mal voll dabei und vor allem eines: LAUT! Den Soundtrack zum Schlafengehen lieferten danach auf der Black Metal Stage Corvus Corax, die mit dem zweiten Teil ihres “Cantus Buranus” einmal mehr mit eindrucksvoller Instrumentierung und zahlreichen Kostümen punkteten.

Auch am Samstag trägt der Wettergott Wacken-Hörner und beschert uns ideales Festival-Wetter. Ideale Voraussetzungen also für den letzten Festival-Tag. Wenn auch etwas Wehmut über dem Gelände schwebt, da bald alles vorbei ist, geben Bands und Besucher zum Schluss nochmals alles.
Unser Tag startet mit Overkill und W.A.S.P im Anschluss. Weiter geht es auf der Party Stage, wo Stratovarius die Fans mit vielen älteren Songs glücklich machen. Auf der True Metal Stage spielen danach Edguy. Tobias Sammets Stimme hat sich gerade erst von einer Grippe erholt. Davon ist allerdings kaum etwas zu spüren. Am Bass gibt sich Markus Großkopf von Helloween für zwei Songs die Ehre, der auf Abruf stand den Part ganz zu übernehmen, weil ein Band-Baby in Erwartung war. Letzter Act auf der großen Bühne ist dann Wacken-Legende U.D.O..

Neben der ganzen Musik gab es in diesem Jahr natürlich noch andere tolle Attraktionen, die einen besuch wert waren. In der „Bullhead City“ gab es beispielsweise den Circus of Horrors mit skurrilen Akrobatikdarbietungen gepaart mit einem Hauch von Gruselatmosphäre. Wrestling und Öl-Catchen wurden ebenso regelmäßig dargeboten, wie auch ein Wet T-Shirt Contest. Zusätzlich gab es noch außerhalb des Geländes das Mittelalterspektakel „Die Wackinger“ zu bestaunen. Ritter und Rollenspieler versuchten dort während des gesamten Festivals den Besuchern die Kultur der Wikinger, Ritter und Highlander in Schaukämpfen und Alltagssituationen näherzubringen. Zu guter letzt soll auch der inzwischen auf nahezu jedem Festival obligatorische Metalmarkt mit angebunden Verpflegungsständen fürs leibliche Wohl Erwähnung finden. Dort gab es so ziemlich alles, was das kaufsüchtige Metallerherz begehrt, von Schmuck und anderen Accessoires über Kleidung bis hin zu CDs und natürlich allen Arten von kalten und warmen Speisen ließ sich alles käuflich erwerben.

Ein großes Lob geht auch wieder an die Betreuung der Presse beim W:O:A - Hiervon kann sich so mancher Veranstalter eine dicke scheibe abschneiden. Sehr vorbildlich W:O:A-Crew!

Das Wacken 2010 in Zahlen:

  • Besucher: 75.000
  • Festivalgelände: 200 ha
  • Festival Infield: 48.000 qm
  • gestellter und beplanter Bauzaun: 35 km
  • Mobiltoiletten: 450
  • wassergespülte Toiletten: 7 Einheiten a 64 Toiletten
  • 5 Duschcamps a 60 Duscheinheiten
  • 5 Wasserstationen a 40 Waschplätze
  • 5 Trinkwasserstationen a 12 Frischwasser Zapfanlagen
  • 2.500 cbm Schmutzwasser fallen pro Tag an und werden entsorgt
  • 8 Megawatt Stromleistung ( entspricht dem Tagesbedarf einer Kreisstadt )
  • es wurden 4 km Leistungskabel verlegt (dies erspart 68 Dieselaggregate)
  • zusätzlich zum Feststrom wurden 65 Dieselaggregate genötigt
  • 6km flexible Kabel wurden gelegt, 280 Vereilerkästen gestellt
  • 100 Gastronomiestände
  • 300 Non Food Stände
  • 65 Sattelzüge Bühnenmaterial ( 2.275 t )
  • 6 Sattelzüge Tontechnik
  • 18 Sattelzüge Lichttechnik
  • Bühnenaufbau 7 Tage
  • Bühnenabbau 2-3 Tage
  • 2km mobile Schwerlaststraße
  • 240 Büro- und Schlafcontainer Einheiten
  • 75 Zelte und Pagoden
  • 60 Personen Veranstalter- & organisationsteam
  • 18 Elektriker
  • 40 Mann Site-Crew
  • 15 Personen “Wasserversorgung”
  • 700 Securities & Ordner
  • 70 Auf- & Abbauhelfer
  • 200 Polizisten täglich
  • 200 Feuerwehrmänner täglich
  • 200 Sanitäter täglich
  • 4 Notärzte
  • 50 Behördenvertreter
  • 107 Bands ( ca 1.000 ) Personen
  • 35 geländegängige Pritschenfahrzeuge
  • 40 Geländewagen
  • 30 Stapler
  • 40 Shuttlefahrzeuge
  • 60 Quads
  • 40 Motoroller
  • 80 Fahrräder

Bilder (c) by Metaltix / W:O:A / e&t